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Selbsthilfe behinderter und chronisch kranker Menschen in Deutschland

Druckdatum: 24.01.2018
Erstellungsdatum: 08.11.2004

Behinderte Juristen für Nachbesserung bei Pflegeversicherung
Frankfurt/Main 20.12.1997 (dpa) - Zwei Jahre nach der Einführung der Pflegeversicherung hat das <Forum behinderter Juristinnen und Juristen> Nachbesserungen gefordert.

Unter Hinweis auf Mängel in Qualität und Abrechnung der ambulanten Pflegedienste verlangte das Forum eine Stärkung des sogenannten Arbeitgebermodells. Danach könnten pflegebedürftige Menschen ihre Pflegekräfte selbst auswählen, anstellen, anleiten und mit ihnen individuelle Pflegezeiten vereinbaren, sagte der Kasseler Amtsrichter und Forumssprecher Andreas Jürgens am Samstag in Frankfurt.

Der im Gesetz vorgeschriebene Vorrang ambulanter Dienste vor dem Arbeitgebermodell habe zu den Mängeln geführt. Der Gesetzgeber solle nun den pflegebedürftigen Arbeitgebern diesen Vorrang einräumen. Ambulante Dienste sollten nicht wie bislang üblich über 50 Prozent mehr Geld bekommen als Arbeitgeber, die ihre Pflegekräfte selbst aussuchen. Im Forum arbeiten bundesweit blinde, gehörlose, gelähmte und amputierte Juristinnen und Juristen.

Die Pflegeversicherung war am 1. Januar 1995 mit einem Beitragssatz von einem Prozent vom Bruttomonatseinkommen eingeführt worden. Leistungen gab es von April 1995 an, zunächst jedoch nur für zu Hause lebende Pflegebedürftige. Die 430 000 Pflegebedürftigen in Heimen wurden von Juli 1996 an in die Leistungen einbezogen. Der je zur Hälfte von Arbeitnehmern und Arbeitgebern zu tragende Beitragssatz stieg dazu auf 1,7 Prozent.

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